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Die Geschichte der Gartenkunst

Entwicklung in Epochen

Anfangs dienten Gärten ausschließlich der Versorgung mit Obst und Gemüse, sowie der Arznei. Praktisch angelegt fand man sie überall da, wo sich Menschen niederließen. Alsbald entdeckte man den Garten auch als sinnliches Erlebnis mit der Natur. Der Garten wurde zum Ort der Kontemplation und des Kraftschöpfens.

Vom Nutzgarten zur Gartenkunst

Als man begann, ihn nach Kriterien zu gestalten, die nichts mit seinem Nutzen zu tun hatten, entstand die Gartenkunst. Und so wie sich das Verhältnis des Menschen zur Natur ändert im Laufe der Zeit, ändert sich auch die Gartenkunst.

2000 bis 1200 v.Chr.

Die Geschichte der Gartenkunst hat ihren Ursprung in Ägypten. Die Pyramiden waren bereits von großen Gärten umgeben. Blumen wurden als Opfergaben zugunsten der Götter beigelegt. Die ersten Obst- und Gemüsegärten wurden angelegt - beherrscht von geometrischen Formen. Linien und Rechtecke waren maßgebend.

Ebenso wurden kleine Wälder und künstliche Wasseranlagen aufgrund der Vegetationsarmut angelegt und gepflegt. Gärten waren überaus beliebt und galten als Ruhestätten sowie Orte der Entspannung und des Friedens.

1200 bis 800 v.Chr.

Die Babylonier besaßen eine reiche Gartenkultur. Die hängenden Gärten von Babylon, eines der sieben Weltwunder der Antike, stammen aus dieser Zeit.

Die Babylonier bauten die prächtigen Gärten zu Ehren ihrer Gottheiten. Zier- und Rosengärten entwickelten sich langsam.

Diese Kunst des Gartenbaus übernahmen auch die Perser und Meder. Ein berühmter persischer Garten ist zum Beispiel der am Taj Mahal.

800 v.Chr. bis 150 n.Chr.

In Griechenland gab in den dicht besiedelten Städten kaum Platz für Gartenanlagen. Höchstens in größeren Höfen von Gymnasien und an den Wohnhäusern der Philosophen und Gelehrten fanden sich „Gärten“ mit Obst- und Ziergehölz und Weinranken.

Außerhalb der Städte befanden sich reine Nutzgärten mit Obstbäumen (Äpfel, Birnen, Feigen, Oliven), Wein und Gemüsebeeten. Umgeben von Hecken oder Mauern waren sie oft in Hanglage angelegt worden, um sie leichter bewässern zu können. „Echte“ Gärten und parkähnliche Anlagen sind in Griechenland erst in der Zeit Alexanders des Großen (336 –323 v.Chr.) aufgekommen.

400 v.Chr. bis 400 n.Chr.

Gärten im alten Rom

In dieser Zeit entwickelten die Römer unterschiedliche Formen von Gärten:

Der reine Nutzgarten für den Anbau von Obst und Gemüse unterschied sich von solchen Gärten, die der reinen Erholung dienten.

Ein Lustgarten schloss sich meistens an eine Villa an und war immer in gleicher Regelmäßigkeit aufgebaut und streng geometrisch gegliedert. Die kunstvoll figürlich beschnittenen Bäume und Blumenbeete waren klar voneinander getrennt.

Ein Rundgang führte den Besucher durch die rechteckig angelegten Gärten. Häufig wurde Wasser eingesetzt und in Bassins sprudelten Wasserspiele, verziert mit Skulpturen. Die ersten Parks entstanden in dieser Zeit und waren gleichzeitig auch Tiergärten.

400 n.Chr.bis 1500 n.Chr.

Mittelalter

Im Mittelalter wurde in Europa unterschieden zwischen Gärten mit symbolischer Bedeutung (von der Welt abgewandt) und dem sogenannten "Garten der Sinne" (hortus amoenus).

Mönche legten Obst- und Gemüsegärten in den Klöstern an und erlangten dadurch ein größeres Wissen über die Botanik.

Ein Lustgarten diente nicht nur der privaten Erholung, sondern war der Öffentlichkeit zugänglich. Meistens gab es regelmäßige Musikveranstaltungen wie Konzerte. Tiere belebten die Gärten mit einer gewissen Exotik.

1500 bis 1750 n.Chr.

Renaissance-Garten

In Italien bildete sich mit dem Renaissance-Garten eine großzügige, fast luxuriöse Richtung heraus:

Blumenbeete, die der Architektur des Hauses nachempfunden wurden, hohe immergrüne Hecken und schattenspendende Pflanzen. Das Element Wasser fand sich sowohl in ruhender, als auch in bewegter Form in Fontänen. Empfindliche Orangenbäume überwinterten in Grotten und Ziervögel belebten den Garten. Symmetrisch angeordnete Statuen säumten die Wege.

1750 bis 1850 n. Chr.

In dieser Zeit wichen die geometrischen Formen langsam den naturverbundenen und weichen Formen.

Es wurde versucht, möglichst naturnahe und realistische Landschaften zu schaffen. Unregelmäßige Formen beherrschten das Bild.

1700 bis 1900 n. Chr.

Im Jahre 1865 wurden die ersten Schrebergärten eröffnet. Diese wurden hauptsächlich genutzt, um Obst und Gemüse anzubauen und waren ein willkommener Platz der Erholung.

Auch Wintergärten entstanden und wurden immer beliebter.

1900 bis 2000 n. Chr.

Der Kleingarten heute

In der Entwicklung unterschiedlicher Gartenkulturen war immer der Gedanke der Selbstversorgung entscheidend. Als Anfang des 19.Jahrhunderts die Bevölkerung stark zunahm, ließen adlige Guts- und Landbesitzer sogenannte Armengärten anlegen. In Berlin sind auf diese Weise die ersten Laubenkolonien entstanden und in Leipzig tauchte der erste Schrebergarten auf.

Bis heute gibt es deutschlandweit über eine Million Kleingärten auf einer Fläche von ca.46.000 Hektar. Hier werden Karotten, Tomaten und Schnittlauch gepflanzt. Ganze 47 Kräuter, die Karl der Große seinerzeit empfahl, sind noch immer der Renner in deutschen Gärten.

Gartentypen sind so vielfältig wie ihre Gärtner: Ob Bauerngarten, Botanischer Garten, Nutzgarten, Englischer Garten, Landschaftsgarten, Zier- oder Rosengarten: Im Grunde richtet sich der Typ nach der Art der Bepflanzung.


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